Lexikon

Alkohol | Gärung | Gesundheit | potenzieller Alkokolgehalt |

Alkohol

Alkohol entsteht durch Vergären von Zucker. Der Alkoholgehalt von Wein liegt in der Regel zwischen 9 und 14 Prozent. Vergorener Most gilt erst dann als Wein, wenn sein Alkoholgehalt über 8,5 Prozent liegt.

Die Höchstgrenze liegt bei 15 Prozent. Doch diese Regelungen lassen Ausnahmen zu. Der Alkoholgehalt von italienischem Moscato liegt häufig unter 8,5 Prozent, derjenige von französischem Sauternes mitunter über 15 Prozent.

Alkohol ist ein wichtiger Geschmacksträger im Wein. Weine mit hohem Alkoholgehalt schmecken in der Regel voller und weicher als solche mit geringem Gehalt. Dies wird auch bei der Herstellung von Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete (QbA) genutzt. Hier ist das Erhöhen des Alkoholgehaltes durch Anreichern erlaubt.

Gärung

Umwandlung von Zucker in Alkohol (Äthanol) unter Abschluß von Sauerstoff. Dabei entstehen große Mengen von Kohlendioxid. Die Gärung wird durch Hefen in Gang gesetzt. Grundsätzlich läßt sich sagen: Je langsamer die Gärung verläuft, desto besser können sich die Aromen im Wein entwickeln. Daher kühlen viele Kellermeister den Wein während der Gärung (nur bei Stahltanks möglich!).

Siehe auch Weinbereitung, Nachgärung

Gesundheit

Über den Zusammenhang von moderatem Weinkonsum und Gesundheit sind in letzter Zeit zahlreiche Studien erschienen. Insbesondere das Risiko eines Herzinfarkts soll durch den Konsum von Wein gesenkt werden. Während die positive Wirkung in einigen Studien auf die Phenole im Rotwein zurückgeführt wurden, so belegt eine der größten Langzeitstudien der Welt (Wine, liquor, beer, and mortality, Am J Epidemiol 158 2003), dass Weißwein in diesem Punkt dem Rotwein ebenbürtig ist.

In dieser Studie wurden die seit 1978 Verstorbenen aus Nord-Kalifornien ausgewertet. Die Untersuchungen an 16.431 Erwachsenen des Department of Medicine am Kaiser Permanente Medical Center in Oakland weisen auf die positive Auswirkung des Weinkonsums auf das Herzinfarktrisiko hin.

Man fand die aus zahlreichen früheren Studien bekannte Beziehung: Moderater Alkoholgenuss ist im Vergleich zu Abstinenz mit einer etwa 10 % niedrigeren Sterblichkeit (unabhängig von der Todesursache) verbunden. Als moderater Genuss wird ein täglicher Alkoholkonsum von bis zu rund 24 g eingestuft. Dies entspricht etwa 0,3 l Wein, 0,6 l Bier, 0,1 l Spirituosen. Bei einer Menge von bis zu 60 g Alkohol pro Tag beobachtete man bei Männern wie auch bei Frauen noch keine erhöhte Sterblichkeit. Erst bei extremem Konsum von mehr als 72 g Alkohol pro Tag war für beide Geschlechter das Risiko um 50 % bzw. um 60 % signifikant erhöht.

Die stärksten Risikosenkungen ergaben sich bei Personen, die ausschließlich Wein tranken. Hier konnte selbst bei höchstem Konsum (über 72 g Alkohol/Tag) kein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko festgestellt werden. Diese Ergebnisse sind unabhängig von der Weinart. Der Effekt ergab sich sowohl für Weiß-, Rosé und Rotwein sowie für Sekt.

Nicht klären lassen sich bei dieser und anderen Studien, ob sich die beobachteten Effekte tatsächlich auf den Weinkonsum zurückführen lassen oder ob andere gesundheitsbewusste Verhaltensweisen von Weintrinkern (z.B. Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen) Einfluss auf die geringere Sterblichkeit haben.

potenzieller Alkokolgehalt

Alkoholgehalt, den ein Wein erreicht, wenn der gesamte Zucker vergoren würde. Voll durchgegorene Weine sind allerdings die Ausnahme. In der Regel liegt daher der tatsächliche Alkoholgehalt niedriger.

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