Der Alkohol im Wein entsteht durch das Vergären des im Most enthaltenen Zuckers. Dabei liegt der Alkoholgehalt von Wein in der Regel zwischen 9 und 14 Prozent. Vergorener Most gilt erst dann als Wein, wenn sein Alkoholgehalt über 8,5 Prozent liegt.

Auf dem Etikett ist der vorhandene Alkoholgehalt in Volumenprozenten durch volle oder halbe Einheiten anzugeben, im Bedarfsfall wird gerundet. Der angegebene Wert darf nach EU-Verordnung um höchstens 0,5% vol von dem durch die Analyse bestimmten Gehalt abweichen. Bei Weinen einigen Weinen sind 0,8% vol Abweichung erlaubt: Nämlich wenn das Erntejahr angegeben ist, der Wein über drei Jahre in der Flasche lagert, bei Schaumweinen, Perlweinen, Likörweinen und Weinen aus überreifen Trauben.

Der mögliche Alkoholgehalt eines Weines kann bereits in den Weintrauben durch das Mostgewicht errechnet werden. Er ergibt sich aus dem im Most enthaltenen Zucker (Fructose und Glucose), der bei der Gärung in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt wird. Die international übliche und innerhalb der EU genormte Angabe für Alkohol ist Volumenprozent. Die Messung erfolgt bei einer Temperatur von 20 °Celsius.

Die Höchstgrenze für Alkohol im Wein liegt bei 15 Prozent. Doch diese Regelungen lassen Ausnahmen zu. Der Alkoholgehalt von italienischem Moscato liegt häufig unter 8,5 Prozent, derjenige von französischem Sauternes mitunter über 15 Prozent. Getränke mit über 15 Prozent werden als Spirituosen bezeichnet, wenn deren Alkoholgehalt direkt oder indirekt auf Destillation zurückgeht.
Alkohol ist ein wichtiger Geschmacksträger im Wein. Chemisch gesehen bilden Alkohole eine ganze Stoffklasse. Im Wein bezieht sich die Angabe dabei auf Ethanol, hauptsächlich vorhandenen Alkoholart.

Es gibt verschiedene Angaben für den Alkohol. Auf dem Etikett des Weines ist den meisten Ländern der vorhandene Alkoholgehalt angeführt:

  • Vorhandener Alkoholgehalt: im Most oder Wein tatsächlich enthaltener reiner Alkohol.
  • Potentieller Alkoholgehalt: Der maximal mögliche Alkoholgehalt beim vollständigen Vergären des Restzuckers.
  • Gesamter Alkoholgehalt: Die Summe von vorhandenem und potentiellem Alkoholgehalt.
  • Natürlicher Alkoholgehalt: Der gesamte Alkoholgehalt vor jeglichem Anreichern (Chaptalisieren).

Weine mit hohem Alkoholgehalt schmecken in der Regel voller und weicher als solche mit geringem Gehalt. Dies wird auch bei der Herstellung von Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete (QbA) genutzt. Hier ist das Erhöhen des Alkoholgehaltes durch Anreichern erlaubt (Chaptalisieren).