Mit rund 100.000 Hektar Ertragsrebfläche gehört Deutschland (2016: 102 493 Hektar) im internationalen Vergleich zu den kleineren Erzeugerländern. Davon sind rund 66 Prozent mit weißen Rebsorten und 34 Prozent mit roten Rebsorten bestockt. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die weißen Rebsorten leicht zu und die roten Rebsorten entsprechend ab.

Riesling, die wichtigste Rebsorte in Deutschland, erreichte im Jahr 2016 mit 23 700 Hektar bestockter Rebfläche einen neuen Höchststand. Daneben setzen Deutschlands Weingüter immer stärker auf international bekannte Rebsorten: Unter den Weißweinen konnten Grauburgunder (Ruländer), Weißburgunder (Pinot Blanc) und der ebenfalls aus dem Burgund stammende Chardonnay besonders zulegen. Demgegenüber weisen Müller-Thurgau, Kerner, Scheurebe und Bacchus deutliche Flächen­verluste auf, wie die Flächenerhebung des Statistischen Bundesamtes 2016 dokumentiert. Auch bei den Rotweinen zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab: Spätburgunder umfasst die meisten Rebflächen unter den Rotwein-Rebsorten, Merlot konnte ebenfalls zulegen, während die Anteile von Dornfelder und Portugieser rückläufig sind.

Die Weine kommen aus 13 offiziell klassifizierten Anbaugebieten, die vor allem im Südwesten und Süden des Landes liegen. Die Rebhänge erstrecken sich entlang der großen deutschen Flüsse Rhein, Main, Mosel, Elbe und Saale.

 

Anbaugebiete

Ein paar Hintergrundinfos:
Das westlichste Anbaugebiet ist Mosel, Rheinhessen das größte – dicht gefolgt von der Pfalz.
Baden ist das südlichste, Saale-Unstrut das nördlichste Anbaugebiet. Das kleinste deutsche Anbaugebiet ist Sachsen.
Manchmal ist die Rede von sogar 14 Anbaugebieten: das Stargarder Land ist aber entgegen anders lautender Meldungen kein eigenes Anbaugebiet sondern lediglich ein seit 2004 ausgewiesenes Tafelweingebiet in Mecklenburg-Vorpommern (3,7 ha).
Die deutschen Anbauzonen gehören zu den nördlichsten Weinanbaugebieten der Welt. Einzig Baden im Süden fällt in die von der Europäischen Union ausgewiesene Klimazone B (wie die französischen Anbaugebiete Elsass, Champagne, Loire), die anderen Regionen gehören zur Klimazone A. Das kontinentale Klima mit deutlichen Jahreszeiten, großen Tag- und Nachtschwankungen und einer vergleichsweise langen Vegetationsperiode bildet die Voraussetzung für ausdrucksstarke (Weiß)weine mit guter Säurestruktur und charakteristischer Fruchtigkeit. Vor allem der Riesling ist, neben den zunehmend auch international erfolgreichen Spätburgundern, ein wichtiges Aushängeschild des deutschen Weinbaus. Deutsche Spitzenweine sind seit einigen Jahren echte Exportschlager, vor allem auf dem asiatischen und nordamerikanischen Markt.

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