Über den Zusammenhang von moderatem Weinkonsum und Gesundheit sind in letzter Zeit zahlreiche Studien erschienen. Insbesondere das Risiko eines Herzinfarkts soll durch den Konsum von Wein gesenkt werden. Während die positive Wirkung in einigen Studien auf die Phenole im Rotwein zurückgeführt wurden, so belegt eine der größten Langzeitstudien der Welt (Wine, liquor, beer, and mortality, Am J Epidemiol 158 2003), dass Weißwein in diesem Punkt dem Rotwein ebenbürtig ist.

In dieser Studie wurden die seit 1978 Verstorbenen aus Nord-Kalifornien ausgewertet. Die Untersuchungen an 16.431 Erwachsenen des Department of Medicine am Kaiser Permanente Medical Center in Oakland weisen auf die positive Auswirkung des Weinkonsums auf das Herzinfarktrisiko hin.

Man fand die aus zahlreichen früheren Studien bekannte Beziehung: Moderater Alkoholgenuss ist im Vergleich zu Abstinenz mit einer etwa 10 % niedrigeren Sterblichkeit (unabhängig von der Todesursache) verbunden. Als moderater Genuss wird ein täglicher Alkoholkonsum von bis zu rund 24 g eingestuft. Dies entspricht etwa 0,3 l Wein, 0,6 l Bier, 0,1 l Spirituosen. Bei einer Menge von bis zu 60 g Alkohol pro Tag beobachtete man bei Männern wie auch bei Frauen noch keine erhöhte Sterblichkeit. Erst bei extremem Konsum von mehr als 72 g Alkohol pro Tag war für beide Geschlechter das Risiko um 50 % bzw. um 60 % signifikant erhöht.

Die stärksten Risikosenkungen ergaben sich bei Personen, die ausschließlich Wein tranken. Hier konnte selbst bei höchstem Konsum (über 72 g Alkohol/Tag) kein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko festgestellt werden. Diese Ergebnisse sind unabhängig von der Weinart. Der Effekt ergab sich sowohl für Weiß-, Rosé und Rotwein sowie für Sekt.

Nicht klären lassen sich bei dieser und anderen Studien, ob sich die beobachteten Effekte tatsächlich auf den Weinkonsum zurückführen lassen oder ob andere gesundheitsbewusste Verhaltensweisen von Weintrinkern (z.B. Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen) Einfluss auf die geringere Sterblichkeit haben.

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